Wer andern eine Grube gräbt

24.11.2011

Sie sind unvermeidbar – die großen und kleinen Ärgernisse der Arbeitswelt. LinkedIn hat nach eienr Befragung von 17.000 Menchen eine Liste der größten Aufreger erstellt. Auf Platz 1: Kollegen, die keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Geht Ihnen das auch so?

Interessant finde ich, dass es große kulturelle Unterschiede gibt. Im ordentlichen Deutschland regt man sich besonders gerne auf, wenn die Gemeinschaftsräume nicht sauber sind. In den USA streitet man sich hingegen eher über das Essen, dass einem die Kollegen aus dem gemeinsamen Kühlschrank stiebitzen. Und in Japan, wo man sehr darauf achtet, sein Gesicht zu wahren, sind Bürostreiche verpönt

Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe selber viele Bürostreiche live miterlebt – einige auch selber gemacht. Und selbst, wenn dahinter in keinem Fall böse Absicht stand – nicht immer konnte das Opfer dieser Streiche darüber lachen. Schnell ist dann ein Satz hinterhergeschoben wie “…war doch nur Spaß.” Aber ist das so?

Ich sehe das inzwischen anders. Ob es ein Spaß ist, entscheidet immer der, der darunter zu leiden hat. Und wenn es ihn ärgert, war es kein Spaß – nicht für ihn. Und das kann man nicht wegdiskutieren, denn: Man kann sich zwar verrechnen, aber nicht verfühlen.

Ich habe es immer so gehalten, und kann es auch nur empfehlen: Wer die Kreativität hat, einem anderen einen Streich zu spielen, sollte auch die Courage haben, sich notfalls dafür zu entschuldigen. Damit es immer Spaß bleibt.

Denn auch das gehört dazu, wenn man Verantwortung für sein Handeln übernehmen will.

Streit am Arbeitsplatz
Streit am Arbeitsplatz
Foto: Rafael Peñaloza

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