3 gute Gründe für das Zwischenzeugnis

Das Zwischenzeugnis ist sowas wie der kleine Bruder des Arbeitszeugnisses: Unterschätzt, übersehen und vernachlässigt. Dabei gibt es drei gute Gründe, warum es so wertvoll ist.

Zwischenzeugnis

1. Für Ihre Bewerbung

Wer sich aus einer festen Anstellung heraus bewirbt, hat für den aktuellen Job in der Regel kein Arbeitszeugnis. Das wird erst erstellt, wenn Sie aus der Firma ausscheiden. Damit fehlen Ihnen auf einen Schlag gleich mehrere Jahre, über die es kein Zeugnis gibt.

Natürlich können Sie jetzt zu Ihrem Chef gehen und ihn ganz freundlich um ein Zwischenzeugnis bitten. Genauso gut könnten Sie sich aber auch ein T-Shirt kaufen mit dem Aufdruck „ICH WERDE KÜNDIGEN". Denn wenn es keinen anderen objektiven Grund gibt, warum Sie nach dem Zeugnis fragen, ist Ihre Absicht klar.

Umso besser, wenn Sie schon vorher daran gedacht haben und jetzt über ein Zwischenzeugnis verfügen, das Sie Ihrer Bewerbung beifügen können.

Anspruch auf Ausstellung haben Sie u.a. dann, wenn

  • Sie einen neuen Vorgesetzten bekommen
  • sich Ihre Aufgaben deutlich verändern
  • Sie innerhalb der Firma Position oder Abteilung ändern
  • Sie befördert werden

Der Wechsel des Vorgesetzten ist dabei der wohl häufigste Anlass. In dem Fall sollten Sie immer auf ein Zwischenzeugnis bestehen! Vielleicht hatten Sie ein ganz hervorragendes Verhältnis zu Ihrem Chef, doch mit seinem Nachfolger läuft es nicht mehr so gut. Wenn Sie dann später die Firma verlassen ist mit etwas Pech niemand mehr da, der über die gute Zeit Auskunft geben kann.

"Aber später habe ich doch das Arbeitszeugnis, und das schreibt jemand anderes?!", höre ich Sie rufen. Und damit kommen wir zum nächsten Grund, wofür ein Zwischenzeugnis gut ist:

2. Für Ihr Arbeitszeugnis

Viele Arbeitnehmer wissen nicht, dass der Inhalt eines Zwischenzeugnisses für die Firma verpflichtend ist. Das bedeutet, dass das endgültige Arbeitszeugnis alles enthalten muss, was auch im Zwischenzeugnis steckt. Insbesondere dürfen keine wesentlichen Punkte unter den Tisch fallen gelassen oder verändert werden.

In unserem Beispiel: Sie hatten eine gute Zeit mit einem guten Chef. Danach folgten weitere Jahre, in denen alles schiefging. Wenn Sie nun ein Zwischenzeugnis über die gute Zeit haben, muss Ihr aktueller Chef das alles in seine Abschlussbeurteilung mit einfließen lassen. Er darf Ihnen kein Zeugnis ausstellen, das wesentlich von dem Zwischenzeugnis abweicht!

In Juristensprache klingt das so: "Hat der Arbeitgeber zuvor ein Zwischenzeugnis erteilt, ist er regelmäßig an den Inhalt des Zwischenzeugnisses gebunden, wenn er ein Endzeugnis erteilt." So steht es im Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 16.10.2007 , Aktenzeichen 9 AZR 248/07.

Das Zwischenzeugnis ist also so etwas wie eine Versicherung für Sie! Eine kostenlose noch dazu – die sollten Sie unbedingt abschließen.

3. Für Sie selber

Die beiden ersten Punkte sind eigentlich schon Grund genug, in Zukunft immer auf ein Zwischenzeugnis zu achten. Doch abhängig von der Führungskultur in ihrer Firma kann ein Zwischenzeugnis noch einen weiteren wichtigen Grund erfüllen: Sie erfahren, wo sie stehen und wie sie wahrgenommen werden.

So viele Menschen sitzen jeden Tag an ihrem Schreibtisch und fragen sich, ob ihre Leistung wohl ausreichend ist. Denn Feedback bekommen Sie meistens nur, wenn etwas schief gegangen ist. Wenn alles gut läuft, hören sie nichts.

Da können sich nach einiger Zeit schnell Zweifel einstellen: Was denkt mein Chef eigentlich wirklich über mich? Wie sieht er mich? Genau aus diesem Grund gilt auch eine längere Arbeitszeit ohne eine schriftliche Beurteilung als Grund für ein Zwischenzeugnis. Denn das sorgt schnell für Klarheit und Orientierung.

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