5 Gründe, warum Sie eine Absage erhalten

Heute widmen wir uns einem Thema, über das kein Bewerber gerne nachdenkt: die Absage. Jede Absage tut weh. Vielleicht steht in der E-Mail sowas wie „Wir bedauern sehr, Ihnen mitteilen zu müssen… Leider war jemand anderes besser qualifiziert… Wir bedanken uns für das Interesse…“. Doch was wir verstehen ist: „Sie sind doof... Sie sind schlecht… Sie sind nicht in Ordnung“

Dabei liegt es in den allermeisten Fällen nicht an Ihnen. Häufig spielen ganz andere Faktoren eine Rolle, warum es dieses Mal nicht geklappt hat. Und wenn Sie sich das vor Augen halten, dann lässt sich eine Absage auch viel besser verkraften. Die häufigsten Gründe für eine Absage sind:

5 Gründe, warum Sie eine Absage erhalten

1. Es gab zu viele Bewerbungen

Die typische Bewerbung besteht aus 7-8 Seiten. Nicht selten hat ein Personaler 400 Bewerbungen in seinem Posteingang. Macht also Pi mal Daumen 3.200 DIN A4 Seiten. Und die wollen alle gelesen werden.

Nehmen wir ganz optimistisch an, dass ein Mensch nur 1 Minute braucht, um eine Seite zu lesen und die Informationen darin aufzunehmen. Dann wäre der arme Personaler schon fast 54 Stunden beschäftigt. Sechs volle Arbeitstage! Das kann kein Mensch leisten – genau deshalb passiert das in der Praxis auch nicht.

Der Personaler arbeitet sich von oben nach unten durch, und wenn er genügend Kandidaten für die Stelle gefunden hat, hört er mit dem Lesen auf. Jede Menge Bewerbungen erhalten ungelesen eine Absage. Weil es einfach nicht möglich ist, jede Unterlage mit der Aufmerksamkeit zu lesen, die sie verdient hätte.

Was hat die Absage in diesem Fall mit Ihnen zu tun? Überhaupt nichts! Es war einfach Pech.

2. Die Stelle war nie zu vergeben

Das kommt häufiger vor, als Sie vielleicht denken: Da wird eine Position in einer Firma frei, und inoffiziell steht schon lange fest, wer diese Position bekommen wird, nämlich Jochen. Doch um nach außen den Anschein zu wahren und den Betriebsrat zufriedenzustellen, muss die Stelle pro forma ausgeschrieben werden.

Ihre Bewerbung wird dann zwar gelesen, aber nur um den Haken darin zu finden. Also einen Grund, aus dem man Ihnen absagen kann. Wenn die Firma so genügend „ungeeignete“ Kandidaten zusammen hat, kann der Chef endlich verkünden: „Wir finden leider niemanden, der auf die Stelle passt. Ich werde sie daher mit Jochen besetzen.“

Was hat die Absage in diesem Fall mit Ihnen zu tun? Überhaupt nichts. Sie hatten niemals eine Chance.

3. Sie haben zu viel geschrieben

Denken Sie an unser erstes Beispiel zurück. Über 3.000 DIN A4 Seiten. Wenn es Ihre Aufgabe wäre, sich durch diesen Papierberg zu wühlen, welche Unterlagen würden Sie dann als Erstes lesen? Die besonders viel Inhalt, also besonders viel Text? Oder die, in der Sie nur zwei oder drei Absätze lesen müssen? Die Antwort ist allzu menschlich und lautet immer gleich: Personaler lesen lieber Anschreiben, in denen weniger steht.

Ihre Bewerbung ist definitiv nicht der richtige Platz, um möglichst viel Inhalte zu transportieren. Die Kunst besteht darin, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Markt Twain hat mal einen sehr langen Brief an einen Freund geschrieben. Er beendete ihn mit den Worten „Bitte entschuldige den langen Brief, ich hatte keine Zeit für einen kurzen.“

Als Bewerber denken Sie, je mehr Argumente Sie bringen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Firma sich für Sie interessieren wird. In Wahrheit sinken Ihre Chancen aber. Überlegen Sie sich also genau, was das wichtigste ist, was die Firma über Sie erfahren sollte.

Was hat die Absage in diesem Fall mit Ihnen zu tun? Mit Ihrer Qualifikation wieder überhaupt nichts. Ihre Bewerbung hat aus Sicht der Firma einfach nur zu viel Arbeit verursacht. Wenn Sie sich auf das Wesentliche beschränken, wird sich auch die Resonanz auf Ihre Bewerbung verbessern.

4. Ein nichtssagender Text

Auch diejenigen, die weniger schreiben und die Firma damit nicht überfordern, laufen schnell in ein anderes Problem: In vielen Bewerbungen steht – wenn man es ganz genau nimmt – fast nichts. Hier ein schneller Test: Wie viele der folgenden Floskeln kommen in Ihrem Anschreiben vor?

– Hiermit bewerbe ich mich
– Ich bin auf ihre Stelle im Internet aufmerksam geworden
– Ich glaube, dass ich sehr gut auf die Position passen
– Ich bin teamfähig, loyal, flexibel, zielorientiert, serviceorientiert, etc.
– Ich würde mich freuen, wenn ich Ihr Interesse geweckt habe

Voll ausgeschrieben füllen diese Floskeln schon mehr als die Hälfte eines Anschreibens. Ohne, dass darin irgendetwas interessantes stehen würde. Und der Rest des Anschreibens ist dann häufig nur eine Nacherzählung des Lebenslaufs. Doch genau das ist eben nicht die Aufgabe des Anschreibens: Den Lebenslauf hat die Firma sowieso. Im Anschreiben sollte etwas stehen, was aus dem Lebenslauf nicht hervorgeht. Wer Sie sind. Was sie antreibt. Was ihr Ziel ist.

So bleibt die Firma ratlos zurück, obwohl sie Ihre Unterlagen sogar gelesen hat. Doch Sie unterscheidet sich nicht von den 399 anderen. Am Ende entscheidet das Los.

Was hat die Absage in diesem Fall mit Ihnen zu tun? Was ihre Qualifikation angeht, schon wieder nichts. Sie haben nur nicht die Chance genutzt, Ihre Qualifikation kurz und präzise darzustellen. Verzichten Sie auf Floskeln und schreiben Sie Dinge, die wirklich interessant sind.

5. Die implizite Persönlichkeitstheorie

Das klingt unglaublich hochtrabend, dahinter versteckt sich aber ein Effekt, den wir alle kennen: Wenn wir einen fremden Menschen zum ersten Mal sehen, haben wir spontan eine Vorstellung davon, wie dieser Mensch wohl ist. Nicht, weil wir Hellseher, Gedankenleser oder geniale Psychologen wären, sondern nur, weil uns der Mensch an jemand anderen erinnert.

„Die guckt wie meine Tante Hilde“ „Der lacht genauso wie mein Nachbar“ „Der hat die gleiche spitze Nase wie mein Lehrer damals“. Und schwups übertragen wir alle Eigenschaften, die wir an Nachbar, Lehrer oder Tante nicht gemocht haben, auf den fremden Menschen vor uns. Und liegen damit meistens daneben – doch das merken wir erst, wenn wir den Menschen später besser kennenlernen.

In der Bewerbung passiert das durch das Foto. Es kann sein, dass Sie den Personaler an einen ungeliebten Kollegen erinnern. Und schon hat Ihre Bewerbung schlechte Chancen.

Was hat die Absage in diesem Fall mit Ihnen zu tun? Überhaupt nichts. Eher mit Tante Hilde oder dem Nachbarn. Dafür können Sie wirklich gar nichts. Das ist Pech oder Schicksal.

Es hat (oft) nichts mit Ihnen zu tun

Damit haben wir eine ganze Menge Gründe gefunden. Nicht einer von ihnen hat etwas damit zu tun, dass Sie ihren Job nicht gut machen oder auf andere Weise „nicht in Ordnung“ wären. Doch genau das denken wir jedes Mal, wenn wir eine Absage bekommen.

Vielleicht drucken Sie sich diesen Artikel aus und legen ihn in Ihren Bewerbungsordner. Und jedes Mal, wenn Sie eine Absage bekommen, lesen Sie sich die fünf Gründe noch mal durch. Denn es ist nun mal so: Eine Absage hat eher selten etwas mit Ihnen zu tun. Lassen Sie sich davon niemals entmutigen.

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