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Die Bewerbung in der Urlaubszeit

Wenn Sie die Wahl haben zwischen "Sommer, Sonne, Sonnenschein" und "Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse" - wie würden Sie sich entscheiden? Ok, das war eine rhetorische Frage. Oft hat man ja gar nicht die Wahl: Wer gerade ganz dringend einen neuen Job sucht, dem ist es herzlich egal, dass um ihn herum gerade die Urlaubszeit ausbricht.

Doch was bedeuten die Ferien für die Erfolgschancen Ihrer Bewerbung? Lohnt es sich überhaupt, in der Zeit einen Versuch zu wagen?

Vielleicht sind Sie gerade in genau dieser Situation und fragen sich "macht es Sinn, in den Sommermonaten überhaupt eine Bewerbung abzuschicken?"

Werfen wir dafür als erstes einen Blick auf die sogenannte "Feriendichte". Die gibt an, für wie viele Einwohner in Deutschland gerade Sommerferien sind. Ab Juli haben zum Beispiel 35% der Deutschen Ferien. Zum Ende des Monats steigt diese Zahl dann auf 66 %, bevor im August über 80% Ferien haben.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wirklich nur noch 20% der Menschen arbeiten. Sie leben nur in einem Bundesland, in dem zurzeit kein Schulunterricht stattfindet. Das ist nun mal die beliebteste Zeit, in den Urlaub zu fahren. Familien mit Kindern haben gar keine andere Wahl.

Diese Feriendichte dürfen wir also nicht wörtlich nehmen, doch wir dürfen sie durchaus als Indiz betrachten: Im Juli haben sehr viele Menschen frei, im August sehr, sehr viele.

Auch Personaler machen Urlaub

Im schlimmsten Fall kann es Ihnen also passieren, dass der Ansprechpartner, an den Sie Ihre Bewerbung verschickt haben, sich gerade an einem Strand seiner Wahl rösten lässt. Oder er ist in Deutschland geblieben und cremt sich regelmäßig ein, damit der Regen besser abläuft. So oder so: Ihre Bewerbung bleibt erst mal liegen und wird nicht gelesen.

Doch selbst dann, wenn die Personalabteilung besetzt ist, kann es anderweitig Probleme geben. Denn an der Entscheidung sind auch die Fachabteilungen und die Vorgesetzten beteiligt. Und wenn die gerade frei haben, kann Ihre Bewerbung auch nicht weiterbearbeitet werden. Dann bekommen Sie mit Glück eine Eingangsbestätigung, ansonsten aber nur das große Schweigen im Walde.

Jeder Urlaub hat auch mal ein Ende, und dann wird Ihre Bewerbung selbstverständlich gelesen. Und hat ab dann genauso große Chancen wie jede andere Bewerbung, die vor oder nach dem Urlaub eintrifft.

Sie sollten sich also nicht von den Ferien beeindrucken lassen und einfach wie gewohnt Ihre Bewerbungen verschicken, auch im Juli und August. Nur stellen Sie sich gedanklich schon mal darauf ein, dass es (noch) länger dauern kann als gewohnt, bis Sie eine Reaktion erhalten.

Und nicht vergessen, wir sprechen hier ja nur vom schlimmsten anzunehmenden Fall.:Natürlich wird auch in der Ferienzeit gearbeitet. So kann es durchaus passieren, dass Sie statt in den Urlaub zu einem Vorstellungsgespräch fahren. Und auch Arbeitsverträge werden im August ausgestellt.

Und wie ist es umgekehrt?

Was aber tun, wenn es umgekehrt ist? Wenn Sie in den Urlaub fahren und vorher noch eine Bewerbung abschicken möchten? Wie gehen Sie dann am geschicktesten vor? Im Grunde bleiben Ihnen drei Möglichkeiten:

Einfach so wie immer

Sie haben schon einige Bewerbungen verschickt und wissen, dass die Firmen manchmal sehr lange brauchen. Da Sie nur zehn Tage in die Eifel fahren, denken Sie sich: Ich schicke die Bewerbung einfach so ab wie immer. Bis die Firma sich meldet, bin ich sowieso schon lange wieder zu Hause.

Doch Sie wissen ja: Es regnet immer nur dann, wenn Sie keinen Regenschirm dabeihaben. Und wie das Schicksal es will wird sich sicherlich ausgerechnet diese Firma ganz schnell bei Ihnen melden und Sie schon am nächsten Tag zu einem Gespräch einladen. Selbst, wenn Sie dann am Urlaubsort abends brav Ihre E-Mails abrufen, müssen Sie schließlich doch erklären, dass Sie in Wahrheit gar nicht im Lande sind. Das macht keinen guten Eindruck. Deswegen rate ich von dieser Variante ab.

Hinweis im Anschreiben

Um sich genau davor zu schützen schreiben nehmen manche Bewerber einen Hinweis in Ihr Anschreiben auf:

[quote] Da ich ab Montag im Urlaub bin, stehe ich Ihnen für ein persönliches Gespräch ab dem 21. August zur Verfügung.[/quote]

Auch das sorgt leider für einen faden Beigeschmack. Firmen reagieren sowieso allergisch auf das Wort " Urlaub", und wenn das auch noch das erste ist, was eine Firma von Ihnen erfährt, dann können Sie noch so viel darüber schreiben, wie gerne Sie bei dieser Firma arbeiten würden - am Ende bleibt nur hängen, dass Sie doch lieber Urlaub machen. Aus diesem Grund würde ich so besser nicht schreiben.

Nach dem Urlaub verschicken

Das Beste, was Sie tun können, ist mit der Bewerbung so lange zu warten, bis Sie wieder zu Hause sind. Ja, ich weiß, vielleicht ist die Stellenanzeige bis dahin aus dem Netz verschwunden. Doch gerade bei Stellen, die Ihnen wirklich wichtig sind, sollten Sie dafür sorgen, dass Sie jederzeit für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen. Nur so können Sie mit dem besten ersten Eindruck starten.

Es sei denn, Sie machen es wie die Firmen und organisieren eine Urlaubsvertretung für sich – das wäre meines Wissens nach eine absolute Premiere und ein Garant dafür, dass Sie in Erinnerung bleiben!

 

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