Ein handgeschriebener Lebenslauf

In einigen wenigen Stellenanzeigen taucht er tatsächlich immer noch auf: der handgeschriebene Lebenslauf. Ein Schock vor allem für die Generation, für die ein Pelikan hauptsächlich ein Vogel und GeHa nicht mehr als zwei laut ausgesprochene Buchstaben sind. Diese Stellenanzeigen richten sich auch keineswegs an Schulabsolventen, bei denen man gewisse Fertigkeiten überprüfen möchte. Nein, hier werden tatsächlich Menschen angesprochen, die schon lange im Berufsleben stehen, ihren Lebenslauf handschriftlich zu verfassen.

Warum handschriftlich?

In vielen Fällen möchten die Firmen den handgeschriebenen Lebenslauf zusätzlich zu der am Computer getippten Variante. Ganz offenbar geht es ihnen dabei also nicht um die Informationen im Lebenslauf an sich, sondern wirklich um Ihre Handschrift. Man könnte Sie alternativ auch bitten, ein Gedicht oder ein Kochrezept aufzuschreiben, doch das würde unseriös wirken. Also hat man sich entschieden, den Lebenslauf als Versuchskaninchen herzunehmen.

Es kommt also nicht darauf an, was Bewerber schreiben, sondern wie sie es schreiben: wie breit sind die Buchstaben, wie fest drücken sie auf, wie weit gehen die Schleifen an den Buchstaben nach oben oder unten. Aus diesem Muster wird dann abgeleitet, wie ihr Bewegungsapparat funktioniert. Wie sie denken. Kurz gesagt, wie sie als Mensch sind.

Wenn Sie sich jetzt gerade denken „das klingt immer noch unseriös“, dann kann ich Ihnen nur zustimmen. Diese Theorie nennt sich „Graphologie“. Sie geht davon aus, dass sich unsere Haltung und unsere Gedanken auf unsere Bewegungen übertragen und so zum Beispiel in der Form von Buchstaben erkennbar werden.

Die Idee ist nicht neu, sie wurde schon in der Antike besprochen. Die moderne Version wurde von einem französischen Schriftsteller namens Jean-Hippolyte Michon begründet. Heute ist sie unter Wissenschaftlern sehr umstritten. Und dennoch gibt es heutzutage sogar Computersysteme, die die Schriftauswertung vollautomatisch vornehmen.

Graphologie

Ich persönlich habe bei meinen Kunden schon Fälle erlebt, wo ein graphologisches Gutachten der einzige ausschlaggebende Grund war, jemanden nicht einzustellen. Doch selbst, wenn Sie dem Verfahren so skeptisch gegenüberstehen wie ich: wenn Sie diesen einen Job haben wollen, kommen Sie um diese Hürde nicht herum. Denn der Arbeitgeber ist im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften frei, seine Bewerberauswahl so zu gestalten, wie er es für richtig hält.

Was gibt es zu beachten?

Da das handschriftliche Dokument in den allermeisten Fällen zusätzlich zu den anderen Informationen angefordert wird, müssen Sie sich über den Inhalt tatsächlich nicht viele Gedanken machen. In der Regel reicht eine DIN A4 Seite, um den Gutachtern ausreichend Material zu liefern.

Natürlich sollten Sie sich beim Schreiben Mühe geben und alles an Schönschrift herausholen, was noch in Ihnen steckt. Ich persönlich habe glaube ich in der vierten Klasse zuletzt wirklich schön geschrieben. Obwohl, wenn Sie meine Lehrer fragen… Aber das ist eine andere Geschichte.

Auf gar keinen Fall sollten Sie anfangen zu recherchieren und herauszufinden, welches Schriftmerkmal jetzt für diesen Job besonders geeignet wäre. Und dann womöglich noch anfangen, Ihre Handschrift genau darauf hin zu trainieren.  denn wenn schon der Einsatz dieser Methode an sich fragwürdig ist,  dann ist es noch viel unsinniger, seine Bewerbung auf dieses Kriterium hin zu optimieren.

Vielmehr sollten Sie sich fragen, ob dieser Arbeitgeber wirklich der richtige für Sie ist. Denn wenn sich in einem Unternehmen solche alten Mythen halten, was ist dort dann wohl noch alles „aktuell“?

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Nächste Schritte

Als Bewerber kennt man immer nur die eigenen Situation. Viele Kunden sind überrascht wenn ich Ihnen sage, dass sie im Vergleich zu anderen schon sehr vieles richtig machen.

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