Hobbys im Lebenslauf

Auf meinem Schreibtisch liegen Spielkarten. 52 Stück. Ein blaues Pokerdeck. Doch keine Sorge, ich bin nicht dem Glücksspiel verfallen und veranstalte auch keine illegalen Pokerabende in meinem Büro. Nebenberuflich trete ich seit über 20 Jahren als Zauberkünstler auf. So nutze ich die Zeit am Schreibtisch gerne, um gleichzeitig meine Fingerfertigkeit zu trainieren. Denn die Zauberei ist mein großes Hobby.

Hobbys im Lebenslauf

Jetzt haben sie etwas über mich erfahren, das Sie wahrscheinlich vorher noch nicht wussten. Das Bild, das Sie bisher von mir hatten, ist wieder um einen kleinen Mosaikstein größer und bunter geworden. Und ich finde, das ist eine gute Sache.

Denken Sie jetzt mal an Ihren Lebenslauf: Auf der letzten Seite, gleich über Ihrer Unterschrift, geben Sie da Hobbys an? Die Chancen stehen etwa 50 zu 50, denn nach meiner Erfahrung gibt es unter Bewerbern nur zwei Lager:

  •  Die einen finden, dass Hobbys im Lebenslauf nichts verloren haben, denn das ist reine Privatsache die nichts mit dem Beruf zu tun hat.
  •  Die anderen stört es zumindest nicht; sie haben mal gehört, dass man das so macht.

Ich persönlich bin das dritte Lager: Ich bin ein Riesenfan davon, Hobbys im Lebenslauf anzugeben. Und heute möchte ich auch Sie davon überzeugen.

Vorteile von Hobbys

  1. Hobbys verraten etwas Neues
    Jedes Hobby sagt etwas über den Menschen aus, der es betreibt. Welche Fähigkeiten, welche Stärken braucht jemand, um an einem bestimmten Hobby Freude zu haben? Welche Schwäche darf er auf gar keinen Fall haben? Das sind spannende Fragen, die man sich ganz automatisch stellt. Jemand, der in seiner Freizeit Modellbau betreibt, ist vermutlich nicht nur technisch geschickt, sondern hat auch eine ordentlich Portion Geduld. Und kann sich sehr gut auf eine Sache konzentrieren.
  2. Hobbys sind Eisbrecher
    Stellen Sie sich vor, Sie werden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Womit möchten Sie dann am liebsten beginnen: Ihren beruflichen Erfahrungen? Ihren Stärken und Schwächen? Oder mit Ihrem Hobby? Ein geübter Personaler wird das Hobby immer dazu nutzen, in das Gespräch mit Ihnen einzusteigen:" Oh, Sie züchten südsudanesische Zwergpudel? Erzählen Sie mal!" Und schon sind Sie in einem Thema unterwegs, das Ihnen leicht fällt und über das Sie gerne sprechen. Und auch das wird Ihnen dabei helfen, einen ganz hervorragenden Eindruck bei der Firma zu hinterlassen.
  3. Hobbys können Gemeinsamkeiten schaffen
    Sie ahnen nicht, wie viele Menschen ihren Job nur deswegen bekommen haben, weil der Personaler oder der neue Chef im Gespräch Gemeinsamkeiten mit dem neuen Mitarbeiter entdeckt haben. Gemeinsame Interessen verbinden und machen auf Anhieb sympathisch! Vielleicht ist Ihr gegenüber im Gespräch ein genauso leidenschaftlicher Motorradfahrer wie Sie? Oder Sie verfügen beide über eine beträchtliche Sammlung von Roskilde- und Wacken-Tickets? Vielleicht waren Sie sogar auf derselben Schule? Alles Gründe, die viel mit der Entscheidung über Zu- und Absage zu tun haben – obwohl sie rein privat sind.

Schon Nummer zwei alleine ist für mich Grund genug, immer Hobbys im Lebenslauf anzugeben. Sie machen Ihnen das Leben leichter!

Nachteile von Hobbys

  1. Hobbys können unsympathisch machen
    Natürlich kann ein Hobby auch mal voll nach hinten losgehen. Vielleicht sammeln Sie Briefmarken und der Chef steht eher auf Free-Rock-Climbing mit verbundenen Augen - nachts. Dann wird Ihnen das Hobby natürlich nicht dabei helfen, eine gemeinsame Basis im Gespräch zu finden. Doch wenn Sie von vornherein keine Hobbys angeben, dann haben Sie diesen Nachteil auch. Das können wir also abhaken.
  2. Hobbys können uninteressant sein
    Es gibt keine langweiligen Hobbys, es gibt nur langweilige Bezeichnungen. Das ist mir in den letzten Jahren klar geworden. Sehr viele Bewerber machen nämlich einen faulen Kompromiss: Sie geben zwar Hobbys im Lebenslauf an, machen das aber so unkonkret und allgemein wie nur möglich. Da steht dann was von "Sport" oder "Reisen". Das klingt in etwa so aufregend wie das vertraute "Schwimmen, Reiten, Lesen" aus dem Freundealbum der Schulzeit. Mein Tipp: Werden Sie konkret! Schreiben Sie genau, welchen Sport Sie betreiben, welche Reiseziele Sie mögen. Je konkreter, desto größer die Chance, dass der andere sich darunter etwas vorstellen kann.
  3. Hobbys können viel Zeit kosten
    Manche Hobbys kosten einfach viel Zeit. Und manche Firmen sehen das überhaupt nicht gerne. Das ist auch wirklich das einzige Argument gegen Hobbys, dass ich gelten lassen kann. Denn neben allem Interesse an Ihnen als Person interessiert die Firma vor allem eins: Werden Sie gut, pünktlich und schnell arbeiten? Daran könnten zum Beispiel Zweifel aufkommen, wenn Sie angeben, dass Sie jedes Wochenende bis in die Puppen als DJ auflegen. Dann sieht der Chef nämlich schon vor seinem geistigen Auge, wie Sie montags halbtot ins Büro kommen und sich mit letzter Kraft zur Kaffeemaschine robben.

Rein oder nicht rein?

Diese Frage würde ich abschließend mit einem klaren "meistens ja" beantworten. Die Vorteile liegen auf der Hand, als Bewerber können Sie fast nur gewinnen. Diese Chance sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Damit auch wirklich nichts schiefgeht, hier meine drei abschließenden Tipps für die Hobbys in Ihrem Lebenslauf:

  1. Kostet dieses Hobby auf den ersten Blick viel Zeit oder Kraft?
  2.  Ist dieses Hobby auf den ersten Blick mit großen Gefahren verbunden?
  3.  Wenn Sie beide Fragen mit Nein beantworten konnten, dann gehört es hinein!

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Nächste Schritte

Als Bewerber kennt man immer nur die eigenen Situation. Viele Kunden sind überrascht wenn ich Ihnen sage, dass sie im Vergleich zu anderen schon sehr vieles richtig machen.

Mit acht kurzen Fragen kann ich Ihre Situation schnell einschätzen und Ihnen sagen, wo Sie aktuell stehen. Nach der Beantwortung schicke ich Ihnen eine Email mit meiner Einschätzung und konkreten Tipps, wie Sie vorankommen!
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