Lügen im Lebenslauf

Ein Filialleiter einer Supermarktkette wird fristlos entlassen. Eine vielversprechende Nachwuchsführungskraft in einem Konzern landet von heute auf morgen auf der Straße. Eine Abgeordnete der SPD verliert nach vielen Jahren erfolgreicher politischer Arbeit alle ihre Mandate.

Was haben diese Menschen gemeinsam? Sie haben in ihrem Lebenslauf gelogen.

Lügen im Lebenslauf

Von allen Ideen, auf die man in seiner Bewerbung kommen kann, ist das wohl die gefährlichste. Denn die Beispiele zeigen immer wieder: So eine Lüge im Lebenslauf verjährt nicht. Sie kann Ihre berufliche Karriere, die Sie sich vielleicht über Jahrzehnte aufgebaut haben, jederzeit beenden.

Warum lügen Bewerber im Lebenslauf?

Nur in seltenen Fällen steckt hinter einer Lüge im Lebenslauf auch eine böse Absicht. Der häufigste Grund ist, dass Bewerber eine andere Information damit verstecken wollen, die ihnen unangenehm oder peinlich ist.

Dazu gehören zum Beispiel Krankheiten. Darüber möchte man ja nur ungern sprechen, und sie gehen die Firma (meistens) auch nichts an. Nehmen wir ein Beispiel, in dem ein Bewerber nach einer Kündigung Depressionen bekam und für einige Monate einen stationären Aufenthalt in einer Klinik hat. Das würde komplett ehrlich dann so aussehen.

04/2006 - 02/2008	Sachbearbeiter
 			Acme GmbH, Dortmund

03/2008 - 09/2008 	Krankheit

10/2008 - heute 	kaufmännischer Angestellter
			Wile E Coyote AG, Essen

Um von der Krankheit abzulenken beschließt der Bewerber, den vorigen Job ein wenig zu verlängern und den späteren Job etwas vorzuziehen:

04/2006 - 05/2008	Sachbearbeiter
 			Acme GmbH, Dortmund

06/2008 - heute 	kaufmännischer Angestellter
			Wile E Coyote AG, Essen

Doch schon das ist illegal. Unter anderem aus diesem Grund sind in Arbeitszeugnissen immer genaue Zeitangaben, von wann bis wann Sie bei einer Firma beschäftigt waren. Falsche Zeiten anzugeben ist juristisch gesehen eine arglistige Täuschung und kann Ihr gesamtes Berufsleben lang gefährlich für Sie werden.

Vielleicht steht Ihnen jetzt gerade der kalte Schweiß auf der Stirn und Sie fragen sich: „ Oh Gott, ich muss dringend alle Monate im Lebenslauf kontrollieren. Das wäre ja eine Katastrophe, wenn ich mich an irgendeiner Stelle vertippt hätte!“

Doch da kann ich Sie beruhigen. Zu einer arglistigen Täuschung gehört eben auch, dass Sie sie absichtlich begehen. Wenn in Ihrem Lebenslauf ein Zahlendreher oder ein Vertreter drin ist, wird man Ihnen daraus normalerweise keinen Vorwurf machen. Ausschlaggebend ist, dass die Täuschung bewusst eingebaut wurde, um Ihre Chancen auf den Job zu verbessern.

Das erfundene Studium

Für die meisten Jobs werden ganz bestimmte Qualifikationen verlangt: eine bestimmte Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium. Tatsächlich gibt es immer wieder Menschen, die diese Abschlüsse zwar nicht haben, aber in ihrem Lebenslauf angeben.

Hier können Sie sich auch niemals mit einer Verwechslung oder einem Vertippen herausreden. Sie können auch nicht behaupten, Sie wären einfach nur „ mit der Maus ausgerutscht“. Das glaubt einem in Deutschland zum Glück keiner mehr.

Solche falschen Angaben sind Betrug und da verstehen die Firmen keinen Spaß. Außerdem werden Sie Ihren Job niemals genießen können: Sie werden jeden Morgen mit dem Gefühl aufwachen, ob heute wohl der Tag ist, an dem Sie auffliegen werden.

Daher gilt für den Lebenslauf immer die Faustregel:

Eine Bewerbung ist zum Glück kein Gerichtsverfahren. Vor Gericht müssen Sie die Wahrheit sagen, dürfen aber nichts weglassen. In einer Bewerbung dürfen Sie das. Häufig fragen mich Kunden, ob sie wirklich jeden noch so weit zurückliegenden Job in ihrem Lebenslauf angeben müssen. Zum Beispiel eine Aushilfstätigkeit während des Studiums.

Und natürlich lautet die Antwort hier Nein. Prinzipiell dürfen Sie weglassen so viel Sie wollen. Mein Rat ist allerdings, nur die Dinge wegzulassen, durch die keine Lücken entstehen. Wer also zum Beispiel während des Studiums bei McDonald’s an der Kasse gejobbt hat, muss das in seinen Lebenslauf nicht angeben. Denn die Zeit ist ja durch das Studium schon belegt.

Anders sieht es aus, wenn Sie den Leerlauf zwischen zwei Anstellungen mit einem Aushilfsjob überbrückt haben. Dann würde durch das Weglassen eine unschöne Lücke entstehen.

Also denken Sie an Ihre berufliche Zukunft: Ehrlich währt am längsten.

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Nächste Schritte

Als Bewerber kennt man immer nur die eigenen Situation. Viele Kunden sind überrascht wenn ich Ihnen sage, dass sie im Vergleich zu anderen schon sehr vieles richtig machen.

Mit acht kurzen Fragen kann ich Ihre Situation schnell einschätzen und Ihnen sagen, wo Sie aktuell stehen. Nach der Beantwortung schicke ich Ihnen eine Email mit meiner Einschätzung und konkreten Tipps, wie Sie vorankommen!
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