Mensch und Maschine

Trauern Sie noch der guten alten Bewerbung auf Papier nach? Gehören Sie zu den Menschen, die eine Onlinebewerbung eher unpersönlich und kühl finden? Dann halten Sie sich fest: Denn die Technik macht auch in Zukunft vor der Bewerbung nicht halt.

Ganz gleich, ob sie noch eine Bewerbungsmappe verschicken oder Ihre PDFs auf dem Karriereportal einer Firma hochladen: Sie können sich immerhin noch darauf verlassen, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt, der sich Ihre Unterlagen ansehen wird. Doch bei manchen besonders fortschrittlichen Unternehmen ist das schon heute nicht mehr der Fall.

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Künstliche Intelligenz in der Personalauswahl

Vor allem bei großen amerikanischen Banken gibt es erste Gehversuche, die besten Bewerber durch einen Computer auswählen zu lassen. Das Stichwort dazu heißt „künstliche Intelligenz“. Das bedeutet aber nicht, dass Sie demnächst C3-PO im Bewerbungsgespräch gegenübersitzen oder R2-D2 Ihnen knifflige Fragen entgegenpiept. Leider. Der Ablauf ist heute eher so:

Im ersten Schritt wird ein Computer mit den Daten aller bisherigen Mitarbeiter gefüttert. Daraus versucht der Computer dann Regeln abzuleiten, welche Eigenschaften einen erfolgreichen Mitarbeiter ausmachen. Das ist an sich schon mal keine schlechte Idee, denn eine solch große Datenmenge könnte ein Mensch schon lange nicht mehr sinnvoll verstehen und verarbeiten. Der Computer entwickelt also einen Satz von Kriterien, nach dem er bei Bewerbern besonders aufmerksam suchen wird.

Im zweiten Schritt sichtet der Computer nun alle eingehenden Bewerbungsunterlagen. Er versucht diejenigen herauszupicken, auf die die meisten der gesuchten Kriterien zutreffen. Das wird – in wesentlich kleinerem Umfang – auch in Deutschland schon so gemacht. Wenn Sie hier die Onlineformulare einer Firma ausfüllen, werden dabei sofort Merkmale wie Ihre Berufserfahrung, Ihr Studienabschluss und ähnliches ermittelt. Dabei kann es passieren, dass Sie sofort durch das Raster fallen und Ihre Bewerbung niemals einem Mitarbeiter vorgelegt wird. Die Absage wird direkt durch das System verschickt.

Gespräch mit dem Computer

Die ausgewählten Kandidaten werden jetzt zu einem Gespräch eingeladen, das über Video geführt und gespeichert wird. Diese Aufnahme wird anschließend wieder vom Computer ausgewertet. Das System untersucht nicht nur, was der Bewerber gesagt hat, sondern vor allem, wie er es gesagt hat. Wie war die Mimik, die Körpersprache die Stimme? Aus diesen Beobachtungen versucht der Computer dann abzuleiten, um was für einen Menschen es sich bei diesem Bewerber wohl handelt.

Sinn dieser Aktion ist es, den Faktor Mensch weitestgehend auszuschalten. Das ist ja von der Grundidee her auch gar nicht so falsch. Denn in der Realität entscheiden oft Dinge wie Sympathie, Aussehen oder private Gemeinsamkeiten über Zu- und Absage. „Was, Sie sind auch auf diese Schule gegangen? Da war ich auch!“ Wer so einen Satz hört, hat den Job schon so gut wie in der Tasche. Doch eigentlich soll es ja nur um die Fähigkeiten und Erfahrungen gehen.

Die Hersteller dieser Systeme sind davon überzeugt, dass ihre Computer besser hinschauen als jeder Mensch. Ihrer Meinung nach lassen sich Menschen viel zu leicht blenden und beeinflussen. So bekommt der laute Selbstdarsteller eher einen Vertrag, als der zurückhaltende aber genauso pfiffige Bewerber, der bescheidener auftritt. Ist dieser Ansatz daher vielleicht sogar eine richtig gute Idee?

Keine Rose ohne Dornen

Es ist wie immer im Leben: Wenn man versucht, ein Problem rein technisch zu lösen, steht man am Ende meist mit einem neuen Problem dar. Und so war es bisher auch in diesem Fall.

Denken Sie mal an ihre aktuelle oder letzte Firma. Nun überlegen Sie sich, welche Eigenschaften hatten dort die erfolgreichsten Mitarbeiter?

Ihnen werden jetzt vielleicht Begriffe wie dynamisch, motiviert oder kundenorientiert in den Sinn kommen. Der Computer achtet hingegen auf alles – wirklich alles. Als ein Computer alle Mitarbeiter einer Bank ausgewertet hatte, kam er zu dem Schluss: Gute Mitarbeiter sind männlich, weiß und Rechtshänder.

Der künstlichen Intelligenz fehlen ganz entscheidende Fähigkeiten: die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden (Rechtshänder). die Fähigkeit, gewachsene Strukturen richtig zu deuten (männer-dominierter Bankensektor). Ohne menschlichen Input würden die Systeme also einfach nur die Fehler der Vergangenheit immer weiter wiederholen – nur eben perfekter.

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Nächste Schritte

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