Über Geld spricht man, nicht?

Schicken Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen an…"

Bekommen Sie auch Schnappatmung, wenn Sie das in einer Stellenanzeige lesen? Dann sind Sie in bester Gesellschaft. Denn auf diese Frage hat kaum ein Bewerber eine gute Antwort. Denn aus kaum einem anderen Thema wird in Deutschland so ein Geheimnis gemacht wie aus dem Gehalt. Das hat viele Gründe:

Viele Arbeitsverträge enthalten eine Klausel, nach der Sie nicht über Ihr Gehalt sprechen dürfen. Doch warum eigentlich nicht? Weil die Firmen Angst haben, dass sonst Neid und Missgunst unter den Kollegen entstehen könnten. Das würde sich sofort auf das Betriebsklima auswirken und damit auch auf die Produktivität. Oder noch schlimmer: Wenn so mancher Mitarbeiter wüsste, was sein Kollege verdient, würde er womöglich eine Gehaltserhöhung verlangen. Und auch noch gute Argumente dafür haben. Das möchte die Firma noch viel weniger.

Gehalt ist geheim

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum es diese Geheimniskrämerei gibt: Das Gehalt reduziert uns auf eine Zahl, und die ist vergleichbar. Wie viel verdiene ich? Wie viel bin ich wert? Deswegen an dieser Stelle ein ganz wichtiger Tipp für Sie: Glauben Sie nicht, wenn Sie im Internet lesen, wie viel manche Leute in vergleichbaren Jobs verdienen. Es wird unglaublich viel gelogen, damit man selber „wertvoller“ erscheint.

Die einfache Lösung?

Sie als Bewerber stehen vor dem Problem, sich ohne irgendeine vernünftige Basis auf eine Zahl festlegen zu sollen. Sie wissen vermutlich nicht, was in der Branche und der Region, in der Sie sich bewerben, normalerweise gezahlt wird. Also müssen Sie raten - und damit aller Wahrscheinlichkeit nach falsch liegen.

Manche Bewerber kommen deswegen auf die Idee, diesen Satz in der Stellenanzeige zu ignorieren. Sie lassen den Gehaltswunsch also einfach weg. Doch ist das schlau? Dazu versetzen wir uns in die Sicht der Firma, und da gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten:

Die "böse" Firma

Diese Firma möchte Sie so günstig wie möglich einkaufen. Daran ist im Grunde auch nichts verwerflich, daher habe ich das Wort "böse" ganz bewusst in Anführungsstriche gesetzt. So wie jeder normale Mensch versucht auch ein Unternehmen, seine Kosten möglichst gering zu halten. Deswegen ist bei Aldi samstags an der Kasse mehr los als bei Feinkost Schmidthuber. Wie wird diese Firma jetzt reagieren, wenn Sie Ihren Gehaltswunsch nicht angeben?

Sie wird vermutlich den Weg des geringsten Widerstandes gehen und einen anderen Bewerber aussuchen, der eine (aus Firmensicht) attraktive Gehaltsvorstellung mitschickt. Denn da ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass ein günstiger "Einkauf" wirklich gelingen wird. Sie sind zwar nicht automatisch ganz aus dem Rennen, aber Ihr Profil muss schon sehr interessant sein, damit Sie überhaupt in die engere Auswahl kommen.

Die "gute" Firma

Diese Firma interessiert sich nicht für Ihren Gehaltswunsch, um Ihren Preis zu drücken. Sie ist sich vielmehr bewusst, dass sie nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung hat und möchte gerne wissen, ob Sie mit Ihren Vorstellungen in diesen Rahmen fallen. Sie wollen sich einfach die Arbeit ersparen, Kandidaten einzuladen, bei denen es am Ende an zu hohen Gehaltsforderungen scheitern muss, weil einfach nicht genug Geld vorhanden ist. Wie wird diese Firma reagieren?

Auch hier werden Sie schlechte Karten haben. Denn die Firma wird kaum auf die Idee kommen, dass Sie Ihren Gehaltswunsch nicht angeben mögen, weil der so klein ist - ganz im Gegenteil. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Sie zu den Kandidaten gehören, die sich die Firma sowieso nicht leisten kann. Und so werden auch hier andere Kandidaten eher das Rennen machen als Sie.

Was tun?

Sie sehen also: Egal, aus welchen Motiven die Firma fragt: Wenn Sie nicht mit einem konkreten Gehaltswunsch antworten, verschlechtern Sie in vielen Fällen Ihre Chancen. Ich empfehle daher, diesen Satz in der Stellenanzeige ernst zu nehmen und auch darauf zu reagieren. Und sei es nur mit einem Hinweis, der Ihre Tendenz zeigt:

Ich versichere Ihnen, dass mein Gehaltswunsch im branchenüblichen Rahmen liegt. Hier werden wir in einem persönlichen Gespräch sicher zueinanderfinden."

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Nächste Schritte

Als Bewerber kennt man immer nur die eigenen Situation. Viele Kunden sind überrascht wenn ich Ihnen sage, dass sie im Vergleich zu anderen schon sehr vieles richtig machen.

Mit acht kurzen Fragen kann ich Ihre Situation schnell einschätzen und Ihnen sagen, wo Sie aktuell stehen. Nach der Beantwortung schicke ich Ihnen eine Email mit meiner Einschätzung und konkreten Tipps, wie Sie vorankommen!
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