Warum Arbeitszeugnisse wichtig sind

Wenn es darum geht, ob und welche Arbeitszeugnisse in der Bewerbung mitgeschickt werden, machen viele Bewerber denselben Fehler: Sie schicken zu wenige Zeugnisse mit. Nicht, weil sie irgendetwas zu verbergen hätten, sondern weil sie nicht verstehen, warum diese Zeugnisse für die Firma so wichtig sind. In diesem Artikel werde ich die fünf häufigsten Fragen zu Arbeitszeugnissen in der Bewerbung beantworten.

Warum überhaupt Arbeitszeugnisse?

Versetzen Sie sich in die Lage der Firma: Sie sollen einen Mitarbeiter einstellen und dazu aus einem großen Pool von Bewerbern den besten Kandidaten herausfinden. Dazu stehen Ihnen aber nur wenige Informationen zur Verfügung: ein Anschreiben, ein Lebenslauf und ein oder zwei Stunden persönliches Gespräch. Das ist nicht viel Zeit, um herauszufinden, wie ein Mensch wirklich tickt und ob er für eine bestimmte Aufgabe wirklich gut geeignet sein wird.

Wie hilfreich wäre es da, wenn Sie den Bewerber längere Zeit beobachten könnten? Wenn Sie sehen könnten, ob er nicht nur im Gespräch so hilfsbereit und strukturiert wirkt, sondern ob er es im Alltag auch noch ist?

Genau diese Rolle übernehmen die Arbeitszeugnisse. Hier schreibt jemand, der den Bewerber womöglich schon über Jahre im Berufsleben kennengelernt hat. Jemand, der ziemlich genau weiß, was dieser Bewerber gut kann und was er nicht so gut kann.

Genau dieses Wissen können Sie aus den Zeugnissen anzapfen. Natürlich nur aus zweiter Hand, und auch nicht immer ganz ehrlich. Aber es ist definitiv besser als nichts. Deshalb sind Arbeitszeugnisse eine wichtige Informationsquelle in der Bewerberauswahl.

Welche Zeugnisse soll ich mitschicken?

Das lässt sich einfach beantworten: Je mehr Arbeitszeugnisse Sie mitschicken, desto besser. Wie ich eben schon sagte, sind Arbeitszeugnisse nicht immer ganz ehrlich. Je mehr Zeugnisse Sie beilegen, desto mehr gleicht sich dieser Effekt aus. Das eine Zeugnis lobt Sie vielleicht ein bisschen zu viel, das andere ist überkritisch. Erst in Summe ergibt sich so das richtige, ausgewogene Bild.

Arbeitszeugnisse

Das Zeugnis ist doch zu alt!

Das ist vermutlich der häufigste Grund, warum Bewerber ein Arbeitszeugnis nicht mitschicken. Was kann ein Zeugnis, das vor zehn oder 15 Jahren geschrieben wurde, heute noch Aussagen? Eine ganze Menge! In der Psychologie heißt es, dass sich unsere Stärken und Schwächen um das 20. Lebensjahr herum voll ausgeprägt haben. Danach bleiben sie ein Leben lang stabil. Wer also mit 20 Jahren mit Mathematik auf dem Kriegsfuß stand, wird auch mit 30 oder 40 vermutlich nicht gerne als Buchhalter arbeiten.

Auch, wenn Sie sich natürlich weiterentwickelt haben, bleibt das grobe Gesamtbild über die Jahre gleich. Und mehr als ein grobes Bild lässt sich aus den Zeugnissen eh nicht ableiten. Daher sind auch alte Zeugnisse relevant.

Das Zeugnis ist aus einem ganz anderen Job!

Das ist der zweithäufigste Grund. Typisches Beispiel sind Bewerber, die während des Studiums einen Nebenjob ausgeübt haben. Überspitzt gesagt: Sollte ich mein Zeugnis als Popcornverkäufer im Kino mitschicken, wenn ich mich als Spezialist im Marketing bewerbe? Auch hier ist die Antwort wieder ein eindeutiges Ja! Aus demselben Grund wie oben: Ihre Stärken und Schwächen haben Sie immer dabei, am Snacktresen genauso wie im Büro.

Auch aus diesen Zeugnissen lässt sich hervorragend ablesen wie Sie mit Kunden, Kollegen oder großer Belastung umgegangen sind. Daher sollten Sie auch jobfremde Zeugnisse mitschicken.

Ich habe gar kein Arbeitszeugnis bekommen!

Keine Panik, das kann passieren. Viel häufiger, als Sie ahnen. Nach dem Gesetz hat jeder Mitarbeiter Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, wenn er die Firma verlässt. In der Praxis sieht das aber ganz anders aus: Da wird es vergessen, vertagt oder so lange verschoben, bis der Bewerber nicht mehr nachfragt.

Wenn es also berufliche Stationen in Ihrem Werdegang gibt, zu denen Sie kein Arbeitszeugnis haben, müssen Sie nichts weiter unternehmen. Daraus wird man Ihnen nicht unbedingt einen Strick drehen. Doch in Zukunft sollten Sie darauf achten, immer auf die Ausstellung eines Zeugnisses zu bestehen. Es hilft Ihnen später bei der Jobsuche enorm.

Gerne prüfe ich Ihre Arbeitszeugnisse oder erstelle für Sie die gesamte Formulierung.

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