Warum wollen Sie die Firma wechseln?

Auf dem Weg zum neuen Job lauern viele Stolpersteine. Einer davon kommt in fast jedem Gespräch vor. Da beugt sich der Personaler vor, schaut vertrauensbildend über den Rand seiner Brille hinweg und sagt: „Jetzt mal unter uns, warum wollen Sie von Ihrer jetzigen Firma weg?“ Da heißt es Ruhe bewahren, denn zu viel Ehrlichkeit ist hier fehl am Platz.

Warum wollen Sie die Firma wechseln

Dabei wäre die ehrliche Antwort in über 90 % der Fälle identisch: "Weil mein Chef ein Idiot ist.“ Es gibt das schöne Sprichwort, dass Menschen sich bei einer Firma bewerben, aber bei einem Vorgesetzten kündigen. Natürlich ist das häufig so: Von außen wirkt eine Firma verlockend, hat einen guten Ruf und scheint ein idealer Arbeitgeber zu sein. Die Probleme entwickeln sich dann erst im menschlichen Miteinander – und so, wie viele Beziehungen scheitern, gehen viele Arbeitsbeziehungen irgendwann in die Brüche. Und dann ist es eben der Chef, der immer kritisiert und nie lobt. Der keine Gehaltserhöhung geben möchte. Oder von dem man sich unfair behandelt fühlt.

Wenn das eine weitverbreitete Wahrheit ist, warum kann man das im Gespräch nicht sagen? Ganz einfach: Weil keine Firma jemanden einstellen möchte, der zum Jammern oder Lästern neigt. Denn die Firma spielt das Ganze in Gedanken schon ein paar Jahre weiter durch: "Oha, der zieht richtig vom Leder. Der lässt an seinem Chef gar kein gutes Haar. Wenn der irgendwann hier weggeht, dann werden wir es sein, über den er so redet." Und genau das möchte die Firma vermeiden.

Der Ton macht die Musik

Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie Probleme in der alten Firma überhaupt nicht ansprechen dürfen. Der Ton macht die Musik. Falls bei Ihnen der wichtigste Grund tatsächlich ein problematisches Verhältnis zum Chef sein sollte, reduzieren Sie Ihre Aussage dazu auf einen einzigen Satz:

"Ich würde sagen, mein Chef und ich hatten ein eher komplexes Verhältnis."

Das ist die politisch korrekte Übersetzung. Wenn die Firma dann weiter bohrt und wissen möchte, was da los war, sollten Sie sich auf keinen Fall zu weiteren Details hinreißen lassen. Sagen Sie "Darüber möchte ich hier nicht mehr sagen. Das gehört hier nicht hin."

Was glauben Sie, welchen Eindruck hinterlässt das bei der Firma? Einen seriösen und professionellen. Obwohl klar wird, dass es Ärger gegeben hat, schaffen Sie es, die Lage sachlich und wertfrei zu beschreiben.

Vorsicht bei zu viel Details

Aufpassen sollten Sie, wenn Ihre Erklärung zu detailliert wird. Nehmen wir mal an, Sie sagen als Grund, dass Sie in der alten Firma zu wenig zu tun hatten, dass Sie sich gelangweilt haben. Sie ahnen, was dann passiert: Die neue Firma wird sofort den Verdacht haben, dass das an Ihnen gelegen haben kann. Hat man Ihnen nicht mehr viel zugetraut? Haben Sie sich vor der Arbeit gedrückt? Haben Sie alles unternommen, um die Situation zu verbessern? Hier kann ganz schnell ein schlechter Eindruck auf Sie zurückfallen.

Gute Gründe

Noch schöner ist es natürlich, wenn Sie andere Gründe anführen können. Die drei überzeugendsten sind:

1. Das Image der neuen Firma
Vielleicht wechseln Sie innerhalb derselben Branche und haben von der neuen Firma viel Gutes gehört. Womöglich ist sie der Marktführer, zumindest in einem bestimmten Segment. Das kann ein triftiger Grund sein, einen Arbeitsplatzwechsel anzustreben.

2. Eine interessantere Aufgabe
Vielleicht stellt der neue Job eine Weiterentwicklung Ihrer bisherigen Laufbahn dar. Vielleicht können Sie neue oder andere Schwerpunkte setzen. Sich mit Themen auseinandersetzen, die für Ihren Geschmack bisher zu kurz gekommen sind. Kurz gesagt: Ein Wechsel zur neuen Firma spinnt Ihren persönlichen roten Faden weiter.

3. Mehr Gehalt
Da werden Sie staunen: Das schnöde Geld wird als Grund akzeptiert. Was meinen Sie, wie viele Menschen es gibt, die sich zu billig an eine Firma verkauft haben. Und die jetzt wissen: Die beste Möglichkeit, einen großen Gehaltssprung zu machen, ist ein Firmenwechsel. Intern ist das unmöglich.

Glück im Unglück

Abschließend gibt es noch Gründe, die für Sie persönlich zwar nicht gut sind, Ihnen aber wenigstens im Gespräch weiterhelfen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Ihr voriger Job nicht mehr existiert. Vielleicht gab es eine Umstrukturierung, eine Zusammenlegung, vielleicht war Ihr Job von vornherein befristet. Dann ist das für Sie zwar eine unschöne Situation, im Gespräch aber ein nachvollziehbarer Grund, warum Sie auf der Suche sind.

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