Was bedeuten Auszeichnungen?

Wonach gehen Sie, wenn Sie sich für oder gegen eine Firma entscheiden? Klar, eine ganz wichtige Rolle spielt die Selbstpräsentation der Firma: die Homepage, Auftritte auf Facebook oder Twitter. Und einen ganz entscheidenden Beitrag liefert natürlich auch das Verhalten der Firma Ihnen gegenüber als Bewerber. Schriftlich und im Gespräch.

Doch was ist mit Auszeichnungen und Bewertungen? Inwiefern spielen die eine Rolle für Sie? Und inwiefern sollten sie?

Zwischen Auszeichnungen und Bewertungen sollte man sauber trennen. Denn „Arbeitgeber des Jahres“ ist etwas anderes als eine Fünf-Sterne-Bewertung auf kununu. Das sagt Ihnen nichts? Keine Sorge, am Ende des Artikels sind Sie schlauer. Und können vor allem auch beurteilen, ob das wirklich eine Wissenslücke war.

Arbeitgeberauszeichnungen

Der beste Blogbeitrag aller Zeiten

(ausgezeichnet von der Klärchen-Stiftung)

Fangen wir bei den Auszeichnungen an: Da gibt es jede Menge:

  • Great Place to Work
  • Deutschlands beste Arbeitgeber
  • Most in Demand Employers
  • top Arbeitgeber
  • Best Places To Work
  • HR Benchmark

Genaugenommen handelt es sich dabei nicht um Auszeichnungen, sondern um sogenannte Arbeitgeberwettbewerbe. Das verrät schon mal, dass die Firmen sich aktiv um die Teilnahme bemühen müssen.

Die Anbieter dieser Wettbewerbe führen dann ein sogenanntes Audit durch, eine Prüfung.  Dabei werden Mitarbeiter und Führungskräfte befragt, Kennzahlen ermittelt und nach einem internen Algorithmus zu einer Gesamtpunktzahl verrechnet. Die Firmen, die im Ergebnis einen bestimmten Punktwert überschreiten, dürfen am Ende z.B. das Siegel "Great Place to Work" führen.

Da die prüfenden Organisationen selber auch Wirtschaftsunternehmen sind, ist die Teilnahme an diesem Prozess mit Kosten verbunden. Diese liegen im vier- bis fünfstelligen Bereich. Viele Firmen werden allein schon deshalb nicht an den Wettbewerben teilnehmen – und können trotzdem ganz hervorragende Arbeitgeber sein.

Ich persönlich begegne solchen Siegeln mit einer gewissen Skepsis. Vielleicht kennen Sie das Gefühl, wenn Sie beim Discounter abgepacktes Fleisch sehen und darauf dann ein Biosiegel prangt. So ähnlich geht es mir, wenn ich von ausgezeichneten Arbeitgebern höre. Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

Denn auf der anderen Seite spricht es ja schon für die Firma, dass sie überhaupt in so einen Prozess investiert und sich zumindest ein wenig in die Karten schauen lässt.

Arbeitgeberbewertungen

Viel direkter geht es auf Bewertungsportalen zu. Dort haben Mitarbeiter und Bewerber ganz direkt das Wort. Sie können anonym beurteilen, wie es sich wirklich anfühlt, in einer bestimmten Firma zu arbeiten (oder sich bei ihr zu bewerben). Bekannte Vertreter sind

  • kununu.com
  • meinchef.de

Ähnlich wie bei Produktbewertungen auf Amazon finden Sie auch hier alle Einzelbewertungen und eine zusammenfassende Wertung. Die liegt in der Regel auf einer Skala von 1-5 Sternen. Doch wie ernst sollten Sie diese Bewertungen nehmen?

Zuerst muss man sich klarmachen, wer dort überhaupt schreibt. Es gehört zur menschlichen Kultur, dass wir lieber kritisieren als loben. Man sagt, dass wir ein negatives Erlebnis neunmal weitererzählen, ein gutes nur zwei- bis dreimal. Oder wann haben Sie zum letzten Mal erzählt, dass die Bahn pünktlich war?

Wenn jemand schlechte Erfahrungen mit einer Firma gemacht hat, sich vielleicht sogar ungerecht behandelt fühlt, dann will er seiner Frustration irgendwo Luft machen. Da kann so eine anonyme Bewertungsplattform als gutes Werkzeug erscheinen. Es kann aber durchaus sein, dass es ein Einzelfall war. Denn dass Leute nicht miteinander klarkommen, das passiert überall. Von daher sollten Sie die ganz kritischen Bewertungen immer mit großer Vorsicht genießen.

Genauso vorsichtig sollten Sie auch bei den Topbewertungen sein. Denn egal, wie sehr manche Menschen Ihren Arbeitgeber hassen mögen: Überall gibt es Leute, die sich dort richtig wohl fühlen. Oder die Firma selber veröffentlicht anonym ein paar lobende Worte über sich – wobei, sowas tut doch keiner… oder?

Arbeitgeberbewertungen richtig deuten

Meine drei Tipps, wie Sie Bewertungen auf Arbeitgeberportalen lesen sollten:

  1.  Prüfen Sie zuerst, wie viele Bewertungen die Firma insgesamt erhalten hat. Wenn es nicht mindestens zehn sind, ignorieren Sie die Bewertung am besten ganz. Das kann kein ausgewogenes Bild sein.
  2. Schauen Sie, wie viele negative und positive Bewertungen die Firma im Verhältnis zueinander hat. Wenn sich die negativen Berichte häufen, sollten Sie das mindestens als Warnsignal sehen. Machen Sie sich trotzdem Ihr eigenes Bild. Viele gute Bewertungen sprechen entweder wirklich für den Arbeitgeber – oder komplett gegen ihn, falls er sie selber geschrieben hat. Sie sehen schon, es bleibt schwierig.
  3. Lesen Sie inhaltlich nur die Drei-Sterne-Berichte. Das wird Sie vielleicht überraschen, ist aber das Klügste, was Sie tun können: Drei Sterne vergibt niemand, um seiner eigenen Firma ein gutes Image zu verpassen. Und drei Sterne vergibt auch niemand, der einer Firma mit seinem Feedback wehtun will. Hier liegt Ihre beste Chance, einen wirklich ehrlichen Eindruck in die Firmenkultur zu bekommen.

Fazit

Wenn Sie auf Auszeichnungen bei der Auswahl Ihrer Firmen achten, dann informieren Sie sich auf jeden Fall, wer hinter der Auszeichnung steckt und googeln Sie ruhig mal, wer diese Auszeichnung sonst schon alles bekommen hat.

Wenn Sie auf Arbeitgeberbewertungsportalen (ein herrlich langes deutsches Wort, mit dem man beim Glücksrad viel Spaß hätte) stöbern, schauen Sie sich nur die Mengen an Bewertungen an und lesen Sie dann ausschließlich die Drei-Sterne-Bewertungen.

Und vergessen Sie nie, auf ihren Bauch zu hören. Der spürt meistens viel eher als der Kopf, ob es wirklich passt oder nicht.

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