Was Bewerber wollen

Die meisten Ratgeber sprechen darüber, was die Firmen wollen und wie man sich als Kandidat am besten anpassen sollte. Heute möchte ich den Spieß mal umdrehen: Was wollen eigentlich Bewerber?

Natürlich gibt es keine allgemeingültige Antwort. Jeder Bewerber ist anders, hat andere Werte und Erwartungen. Das ist umgekehrt bei Firmen nicht anders: Jeder Personaler bringt seine eigenen Vorlieben in den Entscheidungsprozess mit ein. Doch in vielen Seminaren und Einzelberatungen konnte ich einen gemeinsamen Nenner entdecken. Das, was die meisten Bewerber sich von den Firmen wünschen.

Eins vorweg: Es ist ein gutes Zeichen, dass Bewerber überhaupt Wünsche haben! Der Arbeitsmarkt durchläuft immer denselben Zyklus aus zwei Phasen: Zu manchen Zeiten gibt es nur wenige Stellen, und der Ansturm darauf ist dementsprechend groß. Dann haben Firmen die freie Wahl und den Bewerbern bleibt nichts anderes übrig, als sich anzupassen. Diese Phase nenne ich den Arbeitgebermarkt.

Es gibt aber auch Zeiten, in denen gute Bewerber Mangelware sind. Da haben die Firmen Mühe, gute Kandidaten für ihre Stellen zu gewinnen. Dann werden die Bewerber natürlich hofiert und die Firmen zeigen sich von ihrer besten Seite. Das ist dann entsprechend ein Bewerbermarkt.

Diese beiden Phasen wechseln sich immer wieder ab. Sie treten nicht für alle Berufe gleichzeitig auf. So können zum Beispiel die Softwareentwickler gerade einen Bewerbermarkt haben, die Projektmanager aber einen Arbeitgebermarkt.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Tatsache, dass zur Zeit immer mehr Bewerber über ihre Anforderungen an die Firmen nachdenken, ist ein Signal für einen Bewerbermarkt. Und das ist an und für sich schon ein gutes Zeichen.

Transparenz

Bewerber halten Bewerbungsfristen ein – und erwarten dasselbe umgekehrt auch von den Firmen. Doch die Realität sieht häufig anders aus: „Wir melden uns in spätestens zwei Wochen bei Ihnen“, heißt es am Ende des Vorstellungsgesprächs. Doch auch nach drei oder vier Wochen ist dann häufig noch keine Entscheidung gefallen. Das Schlimmste daran ist: Als Bewerber wird man meistens im Unklaren gelassen, wie diese Verzögerung zustande kommt. Wird gerade mit einem anderen Kandidaten verhandelt und ich bin nur noch Reserve? Oder ist die Personalreferentin erkrankt und im Moment tut sich einfach nichts?

Bewerber wünschen sich daher transparentere Kommunikation. Damit könnten Firmen ohne viel Aufwand viele Bonuspunkte bei ihren Bewerbern sammeln. Schon eine kurze Nachricht mit einem Zwischenstand würde helfen, den Bewerbern den Druck zu nehmen.

Was Bewerber wollen

Wertschätzung

Wenn ein genannter Termin jedoch ohne weitere Nachricht verstreicht, werten Bewerber das schnell als Zeichen von Geringschätzung. „Ich bin denen nicht wichtig genug!“ - solche Gedanken stellen sich dann unweigerlich ein.

Firmen können sich häufig auch nicht vorstellen, dass die Zeit zwischen dem Vorstellungsgespräch und der endgültigen Zu- oder Absage für die Bewerber eine große nervliche Belastung darstellt. Für die Firma ist es „nur eine weitere Einstellung“. Für den Bewerber ist es ein einschneidendes Lebensereignis: Er muss rechtzeitig kündigen, vielleicht sogar umziehen, mindestens aber sich auf ein ganz neues berufliches Umfeld vorbereiten.

Bewerber wünschen sich, dass nicht mehr als vier Wochen ohne Antwort verstreichen sollten. Es ist eben alles relativ: vier Wochen Urlaub können relativ kurz sein, vier Wochen warten hingegen endlos lang. Der Rekord für die Dauer zwischen Gespräch und Zusage liegt übrigens bei einer Kundin von mir bei einem ganzen Jahr. Zwölf Monate nach ihrem Vorstellungsgespräch schickte ihr die Firma ein Vertragsangebot zu. Unnötig zu sagen, dass sie zu dem Zeitpunkt schon längst in einer anderen Firma beschäftigt war.

Warum ändert sich nichts?

Wie kommt es, dass so viele Firmen bei diesen so offensichtlichen und leicht zu behebenden Punkten Verbesserungspotenzial haben? Das hat meiner Meinung nach mehrere Gründe:

Zum einen wird mit Bewerbungen kein Geld verdient. Gerade in kleineren Firmen, die keine eigene Personalabteilung haben, wird diese Aufgabe eben „nebenbei„ erledigt. Da ist es nur logisch, dass darauf auch nur so viel Zeit wie unbedingt notwendig verwendet wird. Das stimmt natürlich nur, wenn man nicht die langfristigen Folgen bedenkt - doch dafür bleibt im Tagesgeschäft oft keine Zeit.

Doch ein zufriedener Bewerber wird später zu einem zufriedenen Mitarbeiter. Und aus einem zufriedenen Mitarbeiter bleibt länger ein motivierter Mitarbeiter. Selbst ein Bewerber, der eine Absage erhalten hat, sich aber dennoch gut behandelt fühlt, wird zu einem guten Multiplikator für das Image der Firma.

Langfristig verdienen Firmen so natürlich doch Geld durch Bewerbungen. Spätestens beim nächsten Bewerbermarkt wird man das auch wieder spüren.

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